die kunst ein bewusstes & kreatives leben zu führen

Mein größter Wert

Manchmal geht mir die Welt ganz schön auf die Nerven!

Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die nach Erfolg, Geld, Macht und Ansehen strebt und dabei die Werte, die ein wirklich erfülltes und zufriedenes Leben ausmachen, einfach vergessen hat.
Natürlich gibt es die Ausnahmen. Menschen, die mittlerweile ganz bewusst einen anderen, achtsameren Weg gehen. Ich versuche das nun auch schon einige Jahre. Dies ist aber alles andere als einfach. Es wird einem sehr schwer gemacht. Die Belohnung jedoch ist immens. Und das ist der Grund, warum man dabei bleibt, hat man ihn einmal begonnen zu gehen.

Es ist so laut hier

Verstehe mich bitte nicht falsch: laut sein ist schon ok.
Ich kann ziemlich laut lachen, wenn es mir gut geht. Und mein Gesang lässt Wände wackeln, wenn ich auf der Energie eines Songs mitfliesse. Und reden wir bloss nicht über die Lautstärke, wenn ich mit jemandem richtig streite…

Aber ich komme nicht mit dem Volumen “lauter Menschen” klar. Diese sind meist extrem extrovertiert, wirken sehr gekünstelt und unecht und bringen sich ständig in den Fokus im Miteinander. Da könnte man jetzt sagen, dass ich das einfach nicht so ernst nehmen soll, schliesslich erkenne ich diese Spezies ja meist in wenigen Minuten. Aber mich belastet das sehr tief.
Einerseits empfinde ich Mitgefühl für diese Menschen, weil er so wenig bei sich selbst sein kann und andererseits spüre ich dabei permanent, wie mir Energie entzogen wird von ihnen. Da muss ich dann schnell raus aus der Situation. Wenn das aber nicht möglich ist, werde ich meist ganz still und versuche, mich innerlich abzuschotten.

Genauso sehr leide ich darunter, dass immer noch so ein grosser Teil der Menschheit den Zustand unserer Welt nicht ernst nimmt. Oder sie denken, dass kleine Schritte im Alltag für die grosse Veränderung ja doch keinen Unterschied machen wird.
Ja, auch ich habe Phasen, in denen ich mir genau das einrede und keine Lust mehr auf das runter-optimieren habe. Aber diese Phasen sind kurz und gehen meist sehr schnell wieder vorbei. Und dann sehe ich wie glücklich es mich macht, diese Veränderungen in meinem Alltag vorgenommen zu haben.

Zeit

Der wichtigste Punkt, der in meinen Augen auch am meisten Auswirkung auf alle Lebensbereiche hat, ist die Reduzierung auf das Wesentliche.

Seit Jahren komprimiere ich mein Hab & Gut immer weiter runter. Und doch sagt mir mein Gefühl, dass ich immer noch viel zu viele Dinge besitze.
Je mehr Dinge wir besitzen, umso mehr Zeit benötigen wir, um sie zu pflegen und zu benutzen. Und umso mehr Platz muss vorhanden sein, um sie aufzubewahren.

Für mich hat der Weg zum Minimalismus sehr viel mit Dankbarkeit, Fokus auf das wirklich essentielle im Leben und vorallem mit Freiheit zu tun.
Denn: je weniger Dinge du besitzt, umso mehr Zeit hast du. Durch mehr Zeit entsteht ein Freiheitsgefühl, innerer Frieden und der Blick auf das, was dir wirklich wichtig im Leben ist. Und in diesem Moment kann ein freies und kreatives Leben beginnen.

Kreativität

Ein kreatives Leben zu führen bedeutet in meinen Augen mehr, als zu basteln, zu malen, zu schreiben, zu stricken, etc.
Kreativ leben bedeutet innere Freiheit.
Die Freiheit, selbst zu entscheiden, was ich mit meinem Leben anfangen möchte.
Die Freiheit, das Leben fliessen zu lassen und zu schauen, was auf mich zukommt.
Die Freiheit, Dinge in meinen Alltag zu integrieren, die mein Herz zum Hüpfen bringen, u.v.m.

Über kreative Tätigkeiten aber lassen sich Gefühle wunderbar verarbeiten und ausdrücken. Ist es doch zum Beispiel in der Strick-Szene weit verbreitet, zu sagen, dass das Stricken auch wie Therapie oder/und Meditation für viele ist. Kreatives zu erschaffen erdet und fokussiert uns. Was in einer so stressigen Welt mit so vielen externen Ablenkungen eine grosse Wohltat ist.

Das Wesentliche

So stelle ich mir regelmässig die Frage, was ich noch reduzieren kann. In welchem Bereich besitze ich nach wie vor mehr als die wirklich notwendigen Dinge?
Und dann starte ich eine weitere Reduzierungsphase.

Minimalismus und Kreativität – beides ist für mich ein Weg. Das Ziel ist ein entspanntes Leben mit viel Zeit für alle Dinge, die ich gerne tun würde.

Denn das Leben ist nicht konstant. Und möchte ich ein kreatives Leben leben, muss ich es fliessen lassen und mich neu-justieren, wenn es angebracht ist. Somit ändern sich auch meine Bedürfnisse und Umstände immer wieder. Wunderbare Anregungen bietet hier das Buch “Der kleine Minimalist” von Joachim Klöckner.

Minimalismus ist für mich weniger eine Lebenseinstellung als meine natürliche Lebensstruktur. Mit dieser Struktur lebe ich gern. Grade auch dann, wenn sie mich immer wieder vor neue Aufgaben stellt. Das ist jedoch mehr als ok, wenn es darum geht, auch Lösungen für Weltprobleme wie Ressourcenmangel oder Abfallüberfülle zu finden.

– Joachim Klöckner

Aktuell habe ich mir den nächsten Schritt vorgenommen, der folgendes umfasst:

  • Verbrauchslisten erstellen von den Dingen, die ich noch vorrätig habe.
    Damit ich einen Überblick habe, was noch da ist und nicht nachgekauft werden muss.
  • Auflistung aller meiner regelmässigen Ausgaben.
    Analysieren, wo was eingespart werden kann. Je weniger Ausgaben, desto weniger Geld muss verdient werden. 😉

Bist du auch minimalistisch eingestellt?
Wie gehst du mit diesem Thema um?

Foto: @aronunsplash - unsplash.com

Comments (1):

  1. Inna

    31. Juli 2018 at 19:36

    minimalistisch lebe ich (leider) noch nicht. Ich merke aber, es findet ein Umdenken in mir statt. Ich gehe achtsamer durch‘s Leben. „Der Weg ist das Ziel“ kann man beim Minimalismus davon sprechen? Dann bin ich der Meinung, dass ich ihn ansteuere, oder auch bereits habe. Ich finde das Thema super interessant und inspirierend. Vorallem finde ich es wichtig. Nach unserem Date am Donnerstag habe ich angefangen meine Büchersammlung zu reduzieren, es tut so gut!!! Danke für die Inspiration! Dieses befreiende Gefühl, diese Belohnung möchte ich mir gerne öfter schenken. Und wenn ich bedenke, wie ich mit meinem Umdenken ganz besonders auch unserem Planeten ein Geschenk machen kann, wächst meine Motivation.

    Ganz liebe Grüße
    Inna

    Antworten

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