die kunst ein bewusstes & kreatives leben zu führen

Lilian Marti

Ich bin überzeugt davon, dass uns Vorbilder helfen können, unsere eigenen Wünsche und Ziele zu erreichen. Deswegen habe ich die Serie „conscious creatives auf den Zahn gefühlt“ ins Leben gerufen. Hier möchte ich dir immer wieder Menschen vorstellen, die ihr Leben sehr bewusst und kreativ gestalten.


Lilian Marti hat ihre Leidenschaft gefunden: das Dotpainting – die Punktmalerei. Im Herbst letzten Jahres hat sie daraus ein Business gemacht und verkauft nun unter dem Label marti art ihre Mandala-Arbeiten. Es ist allerdings nicht so, dass dies ihre erste entdeckte Leidenschaft wäre – nein, sie war in ihrem ersten Berufsleben erfolgreiche Sängerin auf den europäischen Musicalbühnen. Mit ihr zusammen in der Studenten-WG in Hamburg zu leben während unserer Ausbildung, war ein ganz besonders prägendes Erlebnis. Und diese Freundschaft heute noch zu leben, ist Gold wert. Darum steht sie mir heute Rede und Antwort. Damit ihr auch teilhaben könnt an den Erfahrungen dieser wunderbaren Frau.

Liebe Lilian, …
… deine Leidenschaft für Punkt-Mandalas hast du letztes Jahr zu deinem Beruf gemacht. Wie war dein Weg dahin? War dir schon immer klar, dass du beruflich malen möchtest?

Nein, das war mir nicht klar und entstand langsam. Früher als Musicaldarstellerin hatte ich immer diese Leidenschaft für die Bühne und als ich Mutter werden durfte, war da diese unbeschreibliche Liebe und Verantwortung für die Kinder. Ich fragte mich, was mich denn sonst noch mit Herz und Leidenschaft erfüllen würde, denn der Weg zurück auf die Bühne, passte für mich persönlich nicht mit meinem Familiensinn zusammen. Dann habe ich einfach (was nicht immer einfach war 😉 ) darauf vertraut, dass dieses erfüllende Sehnen nach einer Arbeit kommen wird. Und genau so kam es auch. Zufälligerweise habe ich einen bemalten Stein gesehen und mich sofort für diese Art des Malens (dotpainting) fasziniert. Und es hat mich nie wieder losgelassen! Es ist für mich pure Meditation und Konzentration. Ich durfte dann einen Gründerkurs besuchen, der von der EU gefördert wurde und konnte dort unglaublich viel Informationen für mich als Neugründerin mitnehmen. Das kann ich nur jedem empfehlen, der sich selbständig machen möchte!

… durftest du in einem Elternhaus aufwachsen, welches sehr bewusst mit dem Leben umgegangen ist? Welcher Aspekt in deiner Erziehung hatte den nachhaltigsten Effekt auf dich?

Da ich in einem christlichen Elternhaus heranwachsen durfte, hat mich der Glaube an das Gute und Sinnmachende sehr geprägt. Ich fühlte mich nie alleine und habe dadurch ein Urvertrauen, das mich bis an mein Lebensende begleiten wird. Ob es nun eine(n) Gott/Göttin gibt oder nicht, mir erleichtert dieses Urvertrauen an etwas ‚Höheres’/’Weiseres‘ als wir Menschen es sind, das Leben ungemein und das nehme ich dankend an!

„Wenn wir alle achtsam und liebevoll mit unserer Erde und deren Bewohnern – ob Mensch oder Tier – umgehen, dann tun wir Gutes.“

… wer und was inspiriert dich?

Die Natur, mit ihrer unglaublichen Vielfalt, ist meine grösste Inspiration. Ich sehe, höre, rieche und schmecke das Wunder der Natur täglich und es erfüllt mein Herz mit Freude und auch Trauer.

… irgendwann kommt wohl jeder Mensch, der sich bewusst mit dem Leben beschäftigt, zu der Frage, was er mit seinem Tun der Welt und den Menschen Gutes tut/tun kann. Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt?

Ehrlich gesagt, nicht. Wenn wir alle achtsam und liebevoll mit unserer Erde und deren Bewohnern – ob Mensch oder Tier – umgehen, dann tun wir Gutes. Und zu akzeptieren, dass wir manchmal auch Kompromisse eingehen müssen, ist in Ordnung. Trotz unserer Einzigartigkeit sind wir Menschen uns in den Grundbedürfnissen gleich.

… in welcher Form spielen für dich gleichgesinnte Menschen eine Rolle? Tut es dir gut, dich zu den Themen, die dich tief bewegen, auszutauschen oder beschäftigst du dich lieber im Stillen damit?

Grösstenteils mache ich das lieber im Stillen. Aber es ist auch immer schön, wenn man auf Gleichgesinnte trifft oder auch über Seiten wie Instagram von ihnen was lesen kann. Auch wenn ich gern unter Menschen bin, brauche und genieße ich die Zeiten für mich alleine sehr.

… was bedeutet es für dich, ein „kreatives Leben“ zu führen?

Etwas tun zu dürfen, was mir Freude bereitet und selbständig arbeiten zu können. Nicht still zu stehen und offen zu sein, immer wieder bereit zu sein, sich auf Neues einzulassen und mutig zu bleiben.

Copyright Fotos: Lilian Marti