die kunst ein bewusstes & kreatives leben zu führen

Julia Emmerling

Ich bin überzeugt davon, dass uns Vorbilder helfen können, unsere eigenen Wünsche und Ziele zu erreichen. Deswegen habe ich die Serie “conscious creatives auf den Zahn gefühlt” ins Leben gerufen. Hier möchte ich dir immer wieder Menschen vorstellen, die ihr Leben sehr bewusst und kreativ gestalten.


Mein heutiger Interview-Gast ist Julia Emmerling aus Mainz. Julia ist für die Presse- & Öffentlichkeitsarbeit bei JUNO & ME verantwortlich. Mit Ihrer Tätigkeit in der Presseabteilung des LKA Rheinland-Pfalz bringt sie viel Erfahrung in diesem Bereich in die junge, nachhaltige Firma ein und steht allen Interessierten und Kundinnen mit Rat und Tat zur Seite.

Liebe Julia, …
… wann und wodurch bist du dazu gekommen, Juno & Me mitzuentwicklen?

Das war die Idee meiner Freundin Juli. Sie kam irgendwann an und meinte, sie hätte da einen Artikel über Plastikverschmutzung im Meer gelesen und da war auch ein Tampon abgebildet mit einem roten Warndreieck darüber.  Dadurch kam bei ihr die Frage auf, was denn Tampons mit Plastikmüll zu tun hätten. Nach einiger Recherche fand sie heraus, dass viele Tampons gar nicht aus Baumwolle hergestellt werden, wie man normalerweise vermuten würde.
Als wir fünf Mädels dann zusammen in die Berge gefahren sind, hat Juli das Thema nochmal zur Sprache gebracht und uns erzählt, dass sie gerne Tampons aus Bio-Baumwolle auf den Markt bringen möchte. Sie wollte von uns wissen, wie wir die Idee finden und ob wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht hätten.
Wir verneinten, denn nein, keiner von uns hat sich bisher überlegt, ob da noch was anderes drin enthalten sein könnte. Es gibt auch keine Kennzeichnungspflicht für Tampon-Hersteller, weil es ein Bedarfsgegenstand ist.
So ist dann diese Idee gereift. Und es war ein längerer Weg, denn wir wussten auch alle nicht, wie man da rangeht. Wie kommen wir an Baumwoll-Tampons?

Juli hat dann sehr viel recherchiert, Tamponfabriken besucht und schließlich einen ganz tollen Hersteller in Deutschland gefunden, mit dem wir jetzt zusammenarbeiten. Ihr war von Anfang an wichtig, dass das Produkt so umwelt- und ressourcenschonend wie möglich hergestellt wird.  Das ganze sollte dann auch noch zertifiziert werden, sodass klar ist, dass beim Anbau der Baumwolle keine Pestizide verwendet werden, dass die Bauern fair bezahlt werden, und dass auch der weitere Prozess, bis der Tampon beim Kunden ist, geprüft und fair vonstatten geht. Sodass der Kunde nachher ganz sicher weiss, dass er ein 100% Bio-Baumwoll-Produkt in den Händen hält.
Irgendwann war dann alles organisiert und es konnte losgehen.

Es ist super interessant, weil man hier Dingen begegnet, mit denen man sich noch nie beschäftigt hat vorher. Man lernt viele neue Leute kennen, triffst viele Frauen und man kommt immer mehr in das Thema rein. Es ist superschön und macht sehr viel Spass.

… bist du in einem Elternhaus aufgewachsen, was sehr offen und bewusst mit dem Leben umgegangen ist?

Nein, das würde ich nicht sagen. Ich hätte Juno & Me wohl auch in Eigeninitiative nie gestartet. Juli war hier auf jeden Fall die treibende Kraft, die im Leben was verändern möchte.

Dass ich aber selbst ne gewisse Offenheit lebe, kommt wohl eher durch die vielen Umzüge, die ich in meiner Kindheit mitgemacht habe. Dadurch habe ich gelernt, mich immer wieder auf neue Situationen und auf neue Menschen einzustellen. Man sieht und kriegt relativ viel mit. Ich glaube, dass das der Punkt ist, der mich weiter gebracht hat. Auch finde ich wichtig, welchen Menschen man begegnet. Es gibt ja Leute, die berühren dich irgendwie, die geben dir irgendwas, dann schlägst du einen Weg ein und findest für dich heraus, ob das auch dein Weg ist. Du bewegst dich wie ein Fisch im Wasser und schwimmst da mit und kommst irgendwo dann irgendwie mal an.

Meine Eltern haben beide nicht studiert, hatten eine solide Arbeit und haben sich hauptsächlich darum gekümmert, dass die Familie ernährt werden konnte. Ich wollte jedoch nach dem Abi gerne ein Studium beginnen. Das kam für meine Eltern aber überhaupt nicht in Frage. Also musste ich mir überlegen, was ich anstatt dessen machen möchte, und habe mich beim BKA beworben, um eine Ausbildung zur Kriminalkommissarin zu machen. Aber schon zum Ende der Ausbildung hin habe ich bemerkt, dass das überhaupt nicht meine Welt war. Nach der Ausbildung habe ich dann doch noch studiert. Was für meine Eltern aber überhaupt nicht nachvollziehbar war. Wie ich einen sicheren Job aufgeben kann.

Das klein gehalten werden und eingepresst sein wollte ich aber nicht weiterleben. Ich wollte mehr. Das verfolgt mich auch bis heute. Ich habe einen unglaublich starken Freiheitsdrang. Sobald irgendwo eine Routine einkehrt und ich nur noch funktionieren muss – das geht für mich gar nicht.

… wer und was inspiriert dich?

Meistens sind das „verrückte“ Leute. Menschen, die nicht in Schubladen zu packen sind. Die Neuem total offen gegenüber stehen, sehr frei in ihrem Denken sind und die mir neue Ideen einpflanzen.
Das sind Menschen, die von meinem jetzigen Alltag weit entfernt sind, aber wenn ich früher eine andere Strasse genommen hätte, wäre ich vielleicht auch dort gelandet. Deswegen finde ich es wohl so inspirierend und anziehend, weil es etwas ist, was sie komplett ausleben, was ich – unter anderen Umständen – auch gerne tun würde.

… irgendwann kommt wohl jeder Mensch, der sich bewusst mit dem Leben beschäftigt, zu der Frage, was er mit seinem Tun der Welt und den Menschen Gutes tut/tun kann. Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt?

Auf jeden Fall, klar!
Ich frage mich vor allem: „wenn ich jetzt weg sein sollte, habe ich etwas hinterlassen?“
Es ist gar nicht so, dass ich denke, ich müsste ein riesiges Bauwerk irgendwo hinstellen oder was Bedeutendes reissen. Nein, ich sehe das eher im kleinen und vor allem zwischenmenschlichen Rahmen. Hab ich mit meiner Person oder im Zusammenspiel mit anderen irgendwas hinterlassen was jemanden irgendwie berührt?
Das was du zum Beispiel mit deinen Interviews tust, sich gegenseitig austauschen und befruchten, andere inspirieren. Es ist eher so ein Gefühl. Hab ich ein bestimmtes Gefühl hinterlassen?

Und wo siehst du das bei dir?

Ich denke nicht in Schubladen, bin den meisten Menschen gegenüber sehr offen und urteile nicht. Ich lasse alles und jeden, Meinungen und Ansichten auf mich wirken und kann das total gut akzeptieren, ohne es zu verurteilen. Anderen gebe ich die Möglichkeit, sich mir öffnen zu können. Und ich liebe es, Menschen zu begegnen, egal in welchem Bereich.

… in welcher Form ist es für dich wichtig, Gleichgesinnte um dich zu haben? Tauschst du dich gerne aus über die Themen, die dich bewegen oder machst du vieles mit dir selber klar?

Ich würde sagen, ich bin sehr kommunikativ! Ich tausche mich sehr gerne mit anderen Menschen aus. Vielleicht würden manche sagen, dass ich vieles mit mir ausmache. Das betrifft aber vor allem Themen, bei denen ich weiss, dass ich mich selbst voran bringen muss.

… was bedeutet es für dich ein kreatives Leben zu führen?

Dass man seinem Herzen folgt und sein Wesen ausdrücken kann. Es muss jetzt gar nicht sein, dass du zum Beispiel ein Bild malst oder andere kreative Tätigkeiten ausübst.
Wenn du das Gefühl hast, du gibst was von dir raus in die Welt, das ist für mich Kreativität.

Das sehe ich auch bei Juno & Me: Erst mal diese Idee zu haben, sie mit uns anderen zu teilen, uns mitzunehmen und letztendlich daraus ein Projekt zu machen. Diese Energie, die dahinter steckt, die spürt man. Und das macht für mich Kreativität aus.

Copyright: Juno & Me

Foto Julia Emmerling: Juno & Me

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