die kunst ein bewusstes & kreatives leben zu führen

Ich gönne es mir

Ich war noch nie ein Fan von klassischer Meditation. Mir war das stille Sitzen und die Konzentration auf den Atem immer schon ein Gräuel, eine Zeitverschwendung. Das lag bestimmt mit daran, dass ich meine Gedanken bisher sehr schwer zur Ruhe bringen konnte. Mein Kopf arbeitet eigentlich Tag und Nacht. Nachts bringt er in Balance, was er tagsüber nicht verarbeiten konnte. Deswegen habe ich sehr intensive Träume, meist gespickt mit Special Effects akustischer Art ( kurz: ich spreche nachts ;-)).

In den letzten Monaten jedoch hat mir aber ausgerechnet das Meditieren enorm geholfen, meinen Fokus wiederzufinden und innerlich zur Ruhe zu kommen.  Dabei habe ich auch meine beiden „unsichtbaren Freunde“ gefunden, die ich hier schon erwähnte. Als es mir dann besser und besser ging und meine Freude zurückgekehrt ist, habe ich dieses tägliche Ritual wieder einschlafen lassen, denn: Spass hat es mir trotzdem nie gemacht, auch wenn ich mich danach jedes Mal besser fühle danach (so geht es mir auch mit 99% aller Sportarten).

In den letzten 10 Tagen wurde der Gruppen-Koller in unserem rollenden Tiny House aber täglich grösser und meine Laune sank rapide in Richtung Nullpunkt. Mein Wunsch nach Ruhe und vor allem Zeit für mich alleine wuchs ins Unermessliche. Ich hatte in meiner spontanen Freude über diesen Trip einfach nicht daran gedacht, dass das ein Problem werden könnte. Für zukünftige Reisen werde ich mir eine kleine „Wohlfühl“-Checkliste anlegen, anhand der ich im Voraus beurteilen kann, ob die wichtigsten und essentiellsten Bedürfnisse dabei Raum bekommen. Wenn nötig, lässt sich das dann noch anpassen.

Die Flucht

Sobald wir heute an unserem Platz für die Nacht angekommen waren, bin ich geflüchtet. Jetzt sitze ich hier direkt am Fjord und geniesse das Plätschern des Wassers und den Blick auf die wundervolle Naturpracht um mich herum. Ich kann mich richtig darin suhlen, so gut geht es mir in diesem Moment. Und dann kommt die Erinnerung an das wohlige Gefühl, welches bisher nach jeder Meditation aufgekommen ist.

Das Gefühl wieder bei mir selbst angekommen zu sein, mich wieder vollständig zu fühlen. Und somit wieder zugänglicher für mein Umfeld zu sein.

Ich verspreche mir hier an diesem Platz, mir wieder jeden Tag die Zeit zu nehmen, um in Ruhe zu sitzen und mein Gedanken-Tempo zu verlangsamen (ob sie je komplett zur Ruhe kommen werden, bezweifle ich). Um dadurch noch etwas stabilere Zufriedenheit und mehr Resistenz für den Alltagsstress zu entwickeln.

Wie sind deine Erfahrungen mit Mediation?
Hast du bereits welche oder findest du anders zu Ruhe im Kopf?

Foto: Ingo Ballmann

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